Verwaltungsmodernisierung: Jahrbuch 2011


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Ganzheitliches Simulationsmodell TOER für kommunale Entscheidungsträger

Die Herausforderung

TOER ist ein ganzheitliches Simulationsmodell für kommunale Entscheidungsträger in den Sektoren Ver- und Entsorgung, ÖPNV/SPNV und Gesundheitsversorgung. Anders als das Benchmarking liegt der Schwerpunkt von TOER auf rational begründbaren und einfach zu kommunizierenden unternehmerischen Prognoseentscheidungen. Ein Wasser- und ein Abwasser Zweckverband, deren Versorgungsbereiche geographisch identisch war, standen vor vier Herausforderungen:
1. Hoher Sanierungsbedarf von Netzen und Anlagen (insbesondere Trinkwasserbereitstellung)
2. Mengenrückgang durch demographische Entwicklung Stadt/Land
3. Vermutete Herausforderungen Klimawandel, insbesondere durch Häufung von Starkregenereignissen
4. Verbrauchtes Abschreibungsvolumen

Die Lösung

Ein multidisziplinäres Team aus Mitarbeitern der Zweckverbände, Ingenieuren, Betriebswirten und FPS simuliertenmit TOER Antworten auf die Frage: Mit welchen technischen Lösungen,mit welchen Finanzierungsformen, mit welchen rechtlichen Organisationsformen lassen sich die Herausforderungen zu günstigsten Gebühren bzw. Preisen meistern? Im Verlauf des Projektes wurden verschiedene sinnvolle technische Varianten entworfen, deren wirtschaftliche Hebel der Größe nach über Zeit bestimmt und die jeweils beste rechtliche Organisationsform gefunden. Eine darauf aufbauende Gebührensimulation und ein Migrationsplan zeigten die Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken der einzelnen Varianten auf und führten zu einem Entscheidungsvorschlag für die kommunalen Entscheider.

Das Ergebnis

Im Ergebnis setzte sich eine Vorzugsvariante durch, die auf eine differenzierte interkommunale Zusammenarbeit nicht nur der beiden Wasser- und Abwasserzweckverbände, sondern auch einiger geographisch benachbarter und hydrologisch geeigneter Kommunen setzte. Die interkommunale Zusammenarbeit fand dabei nicht nur technologisch bei Netzbetrieb und wassertechnischen Anlagen statt, sondern auch hinsichtlich einiger wesentlicher Prozessschritte (z. B. Einkauf, Planung, Mahnwesen). Eine besondere Herausforderung bestand in der Überzeugung der kommunalen Akteure, dass die gefundene Vorzugsvariante für alle Beteiligten von Vorteil ist und keiner befürchten muss benachteiligt oder von der gestaltenden Einflussnahme auf wesentliche Abläufe ausgeschlossen zu werden.

Bei dem wichtigen kommunikativen Prozess wurde eine besondere Eigenschaft von TOER deutlich: komplexe Sachverhalte und Lösungswege einfach und überzeugend darstellen zu können. Damit konnte eine Transparenz geschaffen werden, die die kommunalen Entscheider in die Lage versetzte, die Wirkungen von einzelnen Entscheidungen, insbesondere im investiven Bereich, nachzuvollziehen und anderen zu vermitteln.

Derzeit laufen mehrere TOER-Projekte in unterschiedlichen Bundesländern.