Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einkaufsabteilungen der Kliniken, Krankenhäuser, Pflege- und sonstigen Einrichtungen des Gesundheitswesens beschäftigen sich vor allem mit der Frage, wie sie ihre fachliche Kompetenz einbringen und diese intern wie extern zur Geltung bringen können. Die Positionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik haben in den Geschäftsbereichen außerhalb des Gesundheitswesens einen viel höheren Stellenwert, da dort längst erkannt wurde, dass diese kostenintensiven Bereiche gerade von innen her einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leisten können. Der Klinikeinkäufer muss in der Lage sein, auch über seinen eigentlichen Arbeitsbereich hinausgehende Aufgaben richtig zu bewerten und dabei in Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen des Krankenhauses entscheidend am Erfolg des gesamten Unternehmens mitzuwirken.
Um den Krankenhauseinkauf effektiv und effizient zu organisieren, ist eine Grundvoraussetzung, dass der Einkäufer internes und externes Zahlenmaterial erhält und dass dieses dann aufbereitet wird, um daraus strategische Maßnahmen abzuleiten. Intern gilt es, in Zusammenarbeit mit dem Medizincontrolling die laufenden Materialverbräuche kontinuierlich zu überwachen und entsprechende Zielvorgaben zu erarbeiten. Wenn dies innerhalb der Klinik konsequent umgesetzt wird, ist das Risiko, dass Leistungssteigerungen in den verschiedenen Fachgebieten durch erhöhten Materialeinsatz teuer erkauft werden, relativ gering. Durch die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Medizincontrolling und Einkauf muss gewährleistet sein, dass (geplante) Erlössteigerungen mit einem entsprechenden, im Verhältnis zu den Erlösen stehenden Kostenanstieg einhergehen. Zwar ist eine Steigerung der Fallzahlen bzw. Erlöse für die einzelne Abteilung durchaus erfreulich, für die Klinik im Ganzen betrachtet ist dies aber nur von wirtschaftlichem Interesse, wenn am Ende zumindest eine Kostendeckung der zusätzlichen Leistungen erfolgt.
Eine enge, verzahnte Zusammenarbeit wie in der Industrie zwischen Vertrieb (Chefärzte,
Geschäftsführung, Controlling) und Einkauf ist auch für die Klinik zukunfts- und richtungweisend.
Der Einkäufer muss das notwendige technische Verständnis aufbringen, um die Wirtschaftlichkeit von Geräten und Verbrauchsmaterialien beurteilen zu können. Dabei sind besonders auch die Logistikkosten mit einzubeziehen. Der heutige qualifizierte Einkäufer, also Einkaufsmanager, muss einen Gesamtüberblick über die gesamte Wertschöpfungskette in der Klinik haben.
Um ein optimales Prozess-Know-how zu gewährleisten, muss der Einkäufer mit allen Schnittstellen Controlling, IT, PDL, Ärzte usw., sehr eng zusammen arbeiten. Ein ständiger Wissensaustausch gehört zur Pflichtaufgabe. Nur durch fundiertes medizinisches Grundwissen, Kenntnis der Prozessabläufe sowie Markt- und Produktkenntnisse verschafft sich der Einkäufer Akzeptanz und somit eine gute Grundlage der effizienten Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Pflegepersonal. Das Netzwerken zwischen Einkauf und Vertrieb innerhalb und zwischen Einkauf und Industrie außerhalb des Krankenhauses ist unerlässlich und auf Dauer gesehen alternativlos.
Die Bundesfachvereinigung für Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik im Krankenhaus e. V. (femak) versucht sich diesen Anforderungen zu stellen. Die femak e. V. ist der Zusammenschluss aller Mitarbeiter, die in den Bereichen Ver- und Entsorgung in den Einrichtungen des Gesundheitswesens tätig sind. Sie agiert als “Drehkreuz“ zwischen Anwender, Lieferant und Hersteller. Der Verein versteht sich als Informationspool und Plattform zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Ziele des Vereins sind die:
> Vermittlung von Wissen aus dem Beschaffungswesen an alle Mitglieder und interessierte Nichtmitglieder sowie Weiterentwicklung von Erkenntnissen, Verfahren und Organisationsformen des Beschaffungswesens
> Förderung und Sicherung einer qualitätsorientierten Patientenversorgung im Krankenhaus durch die Entwicklung, Einrichtung und den Erhalt eines effizienten Beschaffungswesens
> Diskussion, Erarbeitung und Ausschöpfen von Möglichkeiten, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken
> Förderung der fachlichen Fort- und beruflichen Weiterbildung
> Kooperation mit Institutionen und Verbänden aus Gesundheitswesen und politischen Gremien im In- und Ausland
Die femak e. V. will für Ihre Mitglieder Unterstützung und Ratschläge bei Fragen zu den Themen Einkauf und Logistik in der Gesundheitsversorgung bieten. Der Verband steht all seinen Mitgliedern als Vermittler und Gutachter rund um die Themen Einkauf und Logistik innerhalb der Gesundheitsversorgung zur Verfügung.