Der Kreis Herzogtum Lauenburg liegt – ländlich geprägt – zwischen Lübeck und Hamburg. Mölln und Ratzeburg liegen 12 km auseinander, Lübeck ist ca. 25 km, Schwerin 45 km und Hamburg 65 km entfernt, d. h. alle Zentral-Versorgungseinrichtungen sind mit vertretbarem Aufwand jederzeit erreichbar. Hinzu kam die interne Struktur: das Städtische Krankenhaus Mölln hatte 113 Betten, das DRK-Krankenhaus Wilhelm-Augusta in Ratzeburg 199 Betten, das Leistungsspektrum war nahezu identisch. Damit existierte weder für das eine noch das andere Haus ein medizinisches oder ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für die Zukunft. Es bot sich somit eine Konzentration und Neustrukturierung geradezu an.
Der entscheidende Schritt wurde im Jahr 2000 vollzogen: Nach langen Vorverhandlungen gründeten DRK und die Stadt Mölln eine gemeinsame GmbH, die DRK-Krankenhaus Mölln-Ratzeburg gGmbH. Parallel wurde die DRK-Pflegedienste Herzogtum Lauenburg ebenfalls als gGmbH ins Leben gerufen. Als dritte Gesellschaft – zum gemeinsamen Betrieb einer Klinik für Geriatrie in Ratzeburg – wurde eine mit gleichen Anteilen von DRK und Röpersbergklinik ausgestattete GmbH gegründet. In einer ersten Phase von 2000 bis 2005 wurden vorerst die beiden Klinikstandorte aufrecht erhalten. Medizinisch wurden erste neue Strukturen gewählt, Subdisziplinen und am Ende ganze Fachabteilungen an einem Standort konzentriert. Wirtschaftliche Vorteile wurden realisiert, indem die Küchen, die Krankengymnastik und andere Bereiche zusammengeführt und die Labore fremd vergeben wurden. Auch die betriebswirtschaftlichen Abteilungen wurden bis auf Aufnahme, Telefonzentrale und Information zusammengeführt. Pflegedienstleitungen und Geschäftsführungsposition konnten durch Fluktuation unproblematisch neu besetzt werden. Nachdem sich die Aufteilung der ca. 100 Betten umfassenden großen Hauptfachabteilungen Chirurgie und Innere Medizin auf je eine Klinik (Chirurgie in Ratzeburg, Innere Medizin in Mölln) als medizinisch kontraproduktiv herausstellte, wurde die Fusion 2006 mit Schließung der Klinik in Mölln und Übernahme aller stationären Bereiche nach Ratzeburg beendet. Verbunden war dieser Schritt mit einer Reduktion der Planbetten von 302 auf 230.
Im Zusammenhang mit der Fusion erfolgten einige wichtige Schritte:
> Um die ca. ein Drittel Mehrpatienten bewältigen zu können, wurde der Erstversorgungs- und Aufnahmebereich in Ratzeburg völlig neu gestaltet.
> Die Mengensteigerung, vor allem durch ca. 3.000 internistische Patienten, machte ebenfalls die Erweiterung der Funktionsdiagnostik erforderlich.
> Die größten Veränderungen gab es allerdings am Klinikstandort Mölln: Kombination ambulanter fremder, ambulanter eigener und sonstiger Angebote unter der Überschrift „Gesundheit und Beratung“ füllt nun die über 6.000 qm umfassende Immobilie.
> Medizinisch wurde ein „Neuanfang“ mit der Etablierung von Subdisziplinen begleitet.
Parallel zu den genannten Maßnahmen liegt die wirtschaftliche Sanierung. Geprägt war diese durch Personalabbau und Sanierungstarifverträge. Mit Beginn der Fusion wurden konsequent Doppelstrukturen vermieden. Hinzu kamen Personalreduktionen durch die neue Krankenhausfinanzierung mit DRG.
Insgesamt wird ein jährliches Umsatzvolumen in Höhe von 37,4 Millionen Euro erreicht. Beschäftigt sind über 500 Mitarbeiter (Vollkräfte). Die stationäre Fallzahl liegt bei 8.700, die ambulanten OP’s bei 2.000, die Zahl der ambulanten Patienten zusätzlich bei 15.000. Das DRK-Krankenhaus verfügt über die Hauptfachabteilungen Chirurgie (2.900 Fälle), Innere Medizin (4.700 Fälle), Anästhesie und Intensivmedizin (10 Betten interdisziplinäre Intensivstation), die Belegabteilungen Gynäkologie-Geburtshilfe, Urologie und HNO. Das Krankenhaus ist Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Campus Lübeck.
Angeschlossen ist eine große niedergelassene radiologische Praxis, die das gesamte Leistungsspektrum von digitaler Radiologie über CT bis Kernspintomografie vorweist. Labor und Apotheke sind fremdvergeben. Küche, Cafeteria und Reinigungsdienst sind aus grundsätzlichen Überlegungen sowie nach erfolgten Wirtschaftlichkeitsanalysen weiterhin eigene Abteilungen.
Auf die Phase der Sanierung folgt direkt – manchmal auch gleichzeitig – die Phase der konzeptionellen Neu- und Weiterentwicklung. Inzwischen wird wieder in Mehrjahresplanungen gedacht und gearbeitet. Schwerpunkte sind dabei eindeutig die mittelfristige Bestandssicherung, die Schaffung eines qualitativ hochstehenden Leistungsrahmens (der durch umfangreiche Vernetzung geprägt ist) und die Schaffung einer wirtschaftlichen Basis.