ehealth: Jahrbuch 2010


Planung und Durchführung:
WISAG Energiemanagement GmbH & Co. KG
Zollhausstraße 95, 90469 Nürnberg
Stephan Weinen
Frank Rotter
Tel.: 0911/812 94-49 64
Fax: 0911/812 94-49 58
E-Mail: frank.rotter@wisag.de
Web: www.wisag.de
www.einspar-contracting.de


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Energieeinspar-Contracting am Klinikum Gunzenhausen

Garantierte Kostensenkung, Anlagenmodernisierung und Klimaschutz

Der Energieverbrauch in Krankenhäusern lässt sich nachhaltig reduzieren – das senkt die Kosten und schont das Klima. Im Mittelpunkt eines systematischen Energiemanagements stehen gezielte Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung. Die Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienzmaßnahmen wird durch die zuletzt dramatisch gestiegenen Energiepreise deutlich verbessert. So lassen sich inzwischen Investitionen z. B. in den Bereichen Wärmeerzeugung oder Beleuchtung teilweise in Zeiträumen unter zehn Jahren aus den Energiekosteneinsparungen refinanzieren. Noch vor wenigen Jahren waren die Amortisationszeiten nahezu doppelt so lang. Die hohen Energiepreise ermöglichen auch zunehmend die wirtschaftliche Integration von erneuerbaren Energien (z. B. Einsatz von Holzhackschnitzeln) und Wärmeschutzmaßnahmen in Energiemanagementprojekte.

Energieeinspar-Contracting von WISAG

WISAG Energiemanagement (ehemals ABB Gebäudetechnik) realisiert in enger Partnerschaft mit ihren Kunden seit Jahren langfristig angelegte Projekte, um nachhaltige Energieeinsparungen zu erreichen. Mittlerweile hat WISAG Energiemanagement bundesweit mehr als 200 größere Liegenschaften energetisch optimiert.

Die Zusammenarbeit basiert in der Regel auf einem Energieeinspar-Contracting. Dabei handelt es sich um einen mehrjährigen Vertrag (meist sieben bis zehn Jahre), bei dem WISAG Energiemanagement für die Planung, Finanzierung, Umsetzung und Erfolgskontrolle der Energieeinsparmaßnahmen verantwortlich ist. Entscheidend ist, dass WISAG Energiemanagement die Modernisierungsmaßnahmen vorfinanziert und die Refinanzierung erst später erfolgt, nämlich über garantierte Energiekosteneinsparungen. Damit bietet das Energieeinspar-Contracting gerade Unternehmen des Gesundheitssektors die Möglichkeit, trotz knapper Finanzmittel in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren. Der Kunde erhält ein hohes Maß an Planungssicherheit für seine zukünftigen Energiekosten; denn wird die garantierte Einsparung nicht erreicht, muss WISAG Energiemanagement die Einsparverfehlung finanziell ausgleichen.

Während der Vertragslaufzeit übernimmt WISAG Energiemanagement die Instandhaltung sowie das Störungsmanagement für alle neu von ihr eingebauten Anlagen. Der Betrieb bzw. die Bedienung der Anlagen verbleiben dagegen in der Regel beim Kunden, so dass die Personalauswirkungen vergleichsweise gering sind. Falls vom Kunden gewünscht, kann auch die Instandhaltungsverantwortung für die Altanlagen (die baulich nicht verändert werden) und der Betrieb der Anlagen von WISAG Energiemanagement übernommen werden.

Schritt für Schritt zum Erfolg

In den Projekten wird eine systematische Vorgehensweise verfolgt. Dabei werden Verbrauch und Kosten für alle Medien – Strom, Heizenergie, Kälte, Dampf, Wasser – zunächst sorgfältig analysiert. Indem Hauptenergieverbraucher ebenso sichtbar werden wie Abweichungen vom tatsächlichen Bedarf, lassen sich Ansatzpunkte für Einsparungen identifizieren.

Im nächsten Schritt werden konkrete Verbesserungspotenziale ermittelt, die sich durch die Modernisierung der Anlagentechnik und durch eine Optimierung der Betriebsweise erreichen lassen. Nach Abschätzen der notwendigen Investitionen und Vergleich mit den erzielbaren Energiekosteneinsparungen wird dann in einer Feinanalyse ein auf das jeweilige Krankenhaus zugeschnittenes Konzept entwickelt. Sämtliche unter Berücksichtigung der Vertragslaufzeit sinnvollen organisatorischen, technischen und baulichen Maßnahmen werden schließlich in einem konkreten Maßnahmenplan zusammengefasst. Auf dieser Basis kann dann sehr zielgenau investiert werden.

Bei der Inbetriebnahme der neuen Anlagen findet eine exakte Einregulierung mit einer Einstellung der Parameter und Sollwerte statt. Ziel ist ein möglichst energiesparender Anlagenbetrieb bei dauerhafter Sicherstellung der geforderten Service Levels (Komfortbedingungen hinsichtlich Raumtemperatur und Raumluftqualität). Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur üblichen Art der Inbetriebnahme, wo der energieoptimale Betrieb weniger im Fokus steht.

Dauerhafte Sicherstellung des Einsparerfolgs

Wesentlich für die dauerhafte Sicherstellung der Energieeinsparungen nach Abschluss der Umbaumaßnahmen ist die kontinuierliche Erfassung (je nach Bedarf stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich) und Analyse von Energieverbräuchen. Damit werden Energieflüsse transparent und können Energieverbräuche den technischen Anlagen zugeordnet werden. Auf dieser Grundlage lassen sich weitere Einsparpotenziale identifizieren und der Erfolg von Maßnahmen nachvollziehen. Während der Realisierungsphase wird daher ein Zählerkonzept entwickelt, die Feldseite (Zähler, Datensammler) geliefert und montiert und die Zähler auf eine spezielle internetbasierte Software aufgeschaltet. Die Software ermöglicht eine automatisierte Erfassung und Verarbeitung von Zählerdaten und die systematische Analyse von Verbrauchsentwicklungen. Auch Energieberichte können automatisch generiert werden.

Beispiel Kreisklinik Gunzenhausen

In der Kreisklinik Gunzenhausen haben die Energieexperten von WISAG Energiemanagement eine Energiekosteneinsparung von nahezu 175.000 Euro netto pro Jahr garantiert. Dies entspricht einer Einsparung von über 30 Prozent der bisherigen Energiekosten. Die Umbaumaßnahmen wurden im Dezember 2009 abgeschlossen. WISAG Energiemanagement wird knapp 1,1 Millionen Euro in energiesparende Maßnahmen investieren. Die Garantiephase dauert zehn Jahre und beginnt am 1. Januar 2010.

Im Rahmen des Projekts wurde die komplette Wärme- und Dampfversorgung modernisiert. Wichtigste Einzelmaßnahme ist die Errichtung einer Holzhackschnitzel-Heizanlage mit Pufferspeicher, über die die Wärmegrundlast gedeckt wird. Die Lagerung der Holzhackschnitzel erfolgt in einem unterirdischen Bunker, der neben der Heizzentrale neu errichtet wurde. Als weiterer Grundlastwärmeerzeuger wurde ein gasmotorisches BHKW mit einer elektrischen Leistung von 70 kW installiert. Die Abdeckung der Spitzenlast erfolgt durch einen neuen Erdgas-Brennwertkessel und einen neuen Niedertemperatur-Heizkessel als Reservekessel. Darüber hinaus wurden die zentrale Druckhaltung sowie die Trinkwarmwasserbereiter erneuert. Im Bereich der Dampfversorgung wurden durch die Stilllegung der zentralen Dampferzeugung für die Bettenzentrale weitere Einsparpotenziale erschlossen.

Weitere Einsparmaßnahmen sind nachfolgend aufgelistet:

- Austausch von alten Heizungsumwälzpumpen gegen drehzahlgeregelte Hocheffizienzpumpen
- Installation einer Folien-Schwimmbadabdeckung für das Bewegungsbad inkl. mechanischer Aufrollvorrichtung
- Ersatz einer vorhandenen Kälteerzeugungsanlage gegen einen optimal dimensionierten luftgekühlten Kaltwassersatz
- Einsatz von Durchflussbegrenzern für Waschtische
- Erneuerung bzw. Umbau von Leuchten mit Einsatz von T5-Leuchtmitteln und elektronischen Vorschaltgeräten
- Installation zusätzlicher Energiezähler und Aufschaltung auf eine internetbasierte Energiecontrolling-Software

In den Heiz- und Lüftungszentralen wurden die vorhandenen Anlagenregelungen durch DDC-Regelungen ersetzt und auf eine webbasierte Gebäudeleittechnik aufgeschaltet. Damit werden alle notwendigen Funktionalitäten für eine effiziente Überwachung und Parametrierung der gebäudetechnischen Anlagen geschaffen. Die grafische Bedienung erfolgt mittels Internet-Browser von jedem beliebigen Arbeitsplatz. Auf die Gebäudeleittechnik können auch Bestandsregelungen verschiedener Fabrikate aufgeschaltet werden. Damit können Gebäudeteile mit unterschiedlicher Regelungstechnik herstellerunabhängig mit nur einer Leittechnik visualisiert und gesteuert werden.