ehealth: Jahrbuch 2010


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Prozessoptimierung an der Berliner Klinik für Minimal Invasive Chirurgie (MIC)

Die Herausforderung

Die Einführung der Fallkostenpauschalen (DRG) hat zur Folge, dass Kliniken keine festen Tagessätze mehr für die Patienten erhalten, sondern leistungsbezogene Honorare. Um das teuer ausgebildete Personal halten zu können und dem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, sehen sich die Einrichtungen damit konfrontiert, ihre Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. Es gilt, Wirtschaftlichkeit, Qualität und Patientenorientierung in Einklang zu bringen. Dieser Herausforderung hat sich die Berliner Klinik für Minimal Invasive Chirurgie (MIC) gestellt. Bereits seit acht Jahren rechnet die Privatklinik mit internen Leistungssätzen – und das mit vollem Erfolg.

Die Lösung

Die mit 44 Betten ausgestattete Klinik setzt konsequent auf Prozessoptimierung und den Einsatz modernster Technologien. Um alle Prozesse rund um den OP reibungslos und optimiert planen und durchführen zu können, nutzt die MIC die speziell an den Bedarf von Krankenhäusern ausgerichtete Prozessmanagementlösung „KARL STORZ ORchestrion“. Die gemeinsam von KARL STORZ und inubit entwickelte Lösung erlaubt die ganzheitliche Modellierung, Steuerung, Überwachung und Optimierung von Prozessen im Krankenhaus.

Grundlage dafür ist der ORchestrator, der als Prozessmanagementplattform die Modellierung von klinischen Pfaden, die technische Umsetzung dieser Prozesse, die Einbeziehung der beteiligten Mitarbeiter sowie die Überwachung von Abläufen in Echtzeit erlaubt. Die ORchestrion-Module RPM (Resource Planning Module), SLM (Steering and Localization Module) und IMM (Instrument Management Module) ermöglichen darüber hinaus die effiziente Planung und Steuerung der vorhandenen Ressourcen, wie z. B. Personal, Instrumente, medizinische Geräte und OP-Räume.

Doch gute Planung allein reicht nicht aus – es gilt, diese auch entsprechend zu leben. Daher wird bei der MIC das Personal dank digitaler Tasklisten von Anfang an aktiv in den Ablauf eingebunden und über den aktuellen Stand im OP und im Prozess informiert. Das System sammelt laufend Prozessdaten und generiert Prozesskennzahlen für beliebige Auswertungen. Dank der ganzheitlichen Prozessführung wird die Fehlerquote bei der Operation verringert, unnötige Wartezeiten gehören der Vergangenheit an, lästige Routinetätigkeiten wie z. B. die Mehrfacheingabe von Informationen entfallen und das medizinische Personal erhält seine Kernkompetenzen zurück.

Die Prokuristin der Klinik für MIC, Frau Frenzel umreist die positive Wirkung der Prozessorientierung: „Um unseren Patienten eine erstklassige Versorgung zu bieten, stellen wir unsere internen Prozesse immer wieder auf den Prüfstand und setzen auf den gezielten Einsatz hochmoderner „state-of-the-art“-Technologie. Spitzenprodukte wie „KARL STORZ ORchestrion“ erlauben uns, an sechs Tagen in der Woche für durchschnittliche 14 Stunden pro Tag zu operieren. Damit können wir etwa 30 bis 40 Prozent mehr Eingriffe vornehmen als der Durchschnitt mit gleichem Ressourceneinsatz.”

Das Ergebnis

Die vollkommene Ausrichtung auf Prozessoptimierung hat sich für die MIC schnell gerechnet. Alleine durch den Einsatz des Instrumentenmanagementmoduls konnten bereits 28,4 Prozent der Sterilisations- und Reparaturkosten eingespart werden. Außerdem ist die Qualität laut einer Studie von Steria Mummert Consulting hervorragend, der durchschnittliche Klinikaufenthalt dauert lediglich 2,5 Tage. Dies konnte nur erreicht werden, indem alle Prozesse optimal aufeinander abgestimmt sind und OP-Pläne unter Effizienzgesichtspunkten erarbeitet werden.